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Montag, 24.06.2019
Nachricht, TH

Start des EU-Projekts MeDD II (Metrology for Drug Delivery II)

Die Strömung von Flüssigkeiten inner- und außerhalb des menschlichen Körpers spielt eine wichtige Rolle in der Medizintechnik. Sicherheit und Zuverlässigkeit zahlreicher Medizinprodukte erfordern die sichere und zuverlässige Handhabung verschiedener Volumenströme. Deren Bereich reicht von mehreren l/min (Herz-Lungen-Maschine) bis zu einigen nl/min (Medikamentenapplikation).

Das europäische Projekt „Metrology for Drug Delivery I“ (MeDD I) wurde im Rahmen der Euramet-Ausschreibung „European Metrology Research Programme (EMRP)“ gefördert und führte während der Projektlaufzeit vom 1. Juni 2012 bis 31. Mai 2015 die nationalen Metrologieinstitute mehrerer europäischer Staaten (CH, CZ, DK, F, NL, PT, TUR) zusammen. Das Projekt diente der Entwicklung von Messinstrumenten und  verfahren zur Charakterisierung von Komponenten für die Medikamentenapplikation durch Infusion und der Verbesserung der metrologischen Infrastruktur in Europa. Zwei akademische Einrichtungen waren im Rahmen sogenannter „research excellent grants“ beteiligt, das Utrecht Medical Center in den Niederlanden und die heutige Technische Hochschule Lübeck (damals: Fachhochschule Lübeck). An der TH Lübeck wurde in dieser Zeit ein Prüfstand realisiert, der es ermöglicht, Volumenströme bis zu einer Größenordnung von 1 nl/min zu messen.

Als Fortsetzung wird das Projekt „Metrology for Drug Delivery II“ (MeDD II) - beginnend im Juli 2019 - im EMPIR-Programm der Europäischen Kommission in einem Zeitraum von drei Jahren unter der Projektleitung des portugiesischen IPQ von einem Konsortium bearbeitet, das sehr ähnlich wie im ersten Projekt zusammengesetzt ist. Neben nationalen europäischen Metrologieinstituten (CZ, CH, DK, F, GB, GR, S) ist auch das koreanische beteiligt. Außerdem sind weitere Einrichtungen wie das Utrecht Medical Center in den Niederlanden, das Forschungsinstitut INES-MN in Portugal, die Fa. Bronkhorst in den Niederlanden sowie in Deutschland die Hahn-Schickard-Gesellschaft und die Technische Hochschule Lübeck eingebunden.

Die wesentlichen Arbeitspakete umfassen

  • die weitere Entwicklung der metrologischen Infrastruktur und der Kalibrationsprozesse für sehr kleine Volumenströme,
  • die Entwicklung einer Mikropumpe als Flow-Quelle,
  • die Weiterentwicklung der Infrastruktur zur Messung der dynamischen Viskosität Newtonscher Flüssigkeiten und
  • die Entwicklung und Charakterisierung von Parallel-Infusionssystemen zur Verbesserung der Sicherheit bei Parallel-Infusionen.

Ansprechpartner an der Technischen Hochschule Lübeck für dieses Projekt ist das Labor für Medizinische Sensor- und Gerätetechnik (Prof. Stephan Klein).


Stephan Klein, Prof. Dr.-Ing.
Medizinische Sensor- und Gerätetechnik
Technische Hochschule Lübeck
Mönkhofer Weg 239
23562 Lübeck


E-Mail: stephan.klein(at)th-luebeck.de
Tel: 0451 - 300 /5375  •  FAX: /5512
Netz: www.th-luebeck.de/msgt